Sonntag, 9. September 2012

What an adventure...

 Diesen Satz habe ich wohl am Wochenende ungefähr 100 Mal benutzt. Und ich hatte Recht. Es war und bleibt ein riesen Abenteuer, das niemand von uns je vergessen wird. Da bin ich mir zu 100% sicher. Wie ihr wahrscheinlich ja alle wisst, ging es für meine Gastfamilie und mich am vergangenen Freitag in Richtung „Cradle Mountains“ (Nordwesten von Tasmanien -> siehe Google Bilder).
Mit großer Vorfreude fuhren wir mit einem vollgepackten Auto los. Wir waren zwar nur 2 Tage unterwegs, aber das Auto sah aus, als ob wir für einen Monat verreisen würden. Genauso wie es ja scheinbar vor jedem Urlaub aussieht. Zumindest kenne ich das von Zuhause auch.
Wir wussten, dass es kalt werden würde und hatten uns auf Kälte eingestellt. Aber mit dem Wetter, das auf uns wartete, hatten wir sicherlich nicht gerechnet. Es war ein Schneesturm. Kälte. Schnee. Nebel. Sturm. Somit mussten wir für den ersten Tag natürlich umplanen. Aus den wunderschönen Wanderungen durch die Natur wurde nichts. Stattdessen saßen wir Freitag fest. Fest in unserem Bungalow. Und haben das Naturschauspiel am Fenster beobachtet.

Australien und Schnee. Irgendwie zwei Gegensätze, die sich ja anscheinend überraschend doch anziehen. Meine Gastschwester hat das erste Mal in ihrem Leben das Schneien mitbekommen und war natürlich die ersten Stunden sehr erstaunt. So wie wir alle. Wir haben das Beste aus der Situation gemacht und haben uns mit einem schönen Familiennachmittag / Abend die Zeit vertrieben.  Gesellschaftsspiele. Barbecue. Filme. Und ganz viel Lachen. Es war schön. Aber trotz der Heizungen und elektrischen Bettbezüge (die haben die hier sehr viel in Tasmanien), war es kalt. Doch was wir in dem Moment noch nicht wussten, dass es noch viel, viel kälter werden kann.

Es war ungefähr 3 Uhr morgens, als es begann, kälter zu werden. Kälter. Kälter. Und kälter. Das führte natürlich auch dazu, dass man nicht wirklich zum Schlafen kam. Ich habe mit meiner Gastschwester in einem Zimmer geschlafen und wir haben wirklich extrem gefroren. Morgens lagen wir dann tatsächlich in jeder Klamotte, die wir mit hatten und unseren UGG Boots im Bett. Und es war immer noch kalt. Wirklich richtig kalt.


Der Grund dafür war: Aufgrund des heftigen Sturms ist in ganz Nordwest-Tasmanien der Strom und somit auch das Wassersystem ausgefallen. „No power“. Keine Heizung. Kein Ofen. Kein Wasserkocher. Kein Fernseher. Kein Wasser. Keine Toilette. Somit saßen wir im wahrsten Sinne des Wortes auf dem „trockenen“. Nun hieß es abwarten. Und abfrieren. Auch wenn wir alle versucht haben, das Beste aus der Situation zu machen, wurde es uns nach 11 Stunden frieren und ohne Wasser zu viel. Zu dem Zeitpunkt hatten wir immer noch keine Sekunde etwas von den „Cradle Mountains“ gesehen, denn diese bevorzugten es in einer weißen Wolke stundenlang zu verweilen. Total schade.
Und somit endete unser Abenteuer „Cradle Mountains“ am Samstagmittag und wir machten uns in unserem wundervoll beheizten Auto auf dem Weg zu unserer Rettung. Launceston. Dort wartete ein tolles Hotel, welches mein Gastvater kannte, auf uns. Außerdem eine warme tolle Dusche. Leckeres Essen. Ein warmes Bett. Und eine tolle Atmosphäre. Wir haben es wirklich genossen und auch nach dem unschönen Morgen und der unschönen Nacht hatten wir unser Lachen nicht verloren. Und ich finde, das ist das Wichtigste.
Heute Morgen sind wir dann von den warmen Sonnenstrahlen geweckt worden und haben uns nach einem wundervollen Frühstück ein bisschen Launceston angeguckt. Eine schöne, historische Stadt. Und das perfekte Rettungsprogramm für unseren Wochenendtrip.
Wir hatten einige schöne, sonnige Stunden in Launceston, bevor wir uns auf den Weg nach Hause gemacht haben.

Ich hatte mein erstes Mineral Wasser seit 8 Wochen und mein Gastvater hat meinen Namen in Launceston für immer verewigt.



Das komplette Wochenende war ein riesen Abenteuer und es wird immer in unserer Erinnerung bleiben. Auch wenn wir viel Pech mit dem Wetter hatten, haben wir unsere gemeinsame Zeit genossen. Ich habe viele neue Orte gesehen und ungefähr 1000 Fotos gemacht. Und ich hoffe, dass ich irgendwann wieder kommen und die Cradle Mountains in einem neuen Abenteuer bei tollem Wetter genießen kann. Doch nun bin ich erst einmal wieder Zuhause. Hier in meinem Zuhause in Australien und genieße meine Ferien mit hoffentlich vielen neuen Abenteuern.
 Bis bald ihr Lieben! Ich denke an Euch!
Eure Abenteurerin,

Laura









Kommentare:

  1. Ich vermiss ja schon so ein paar dinge!!! Aber weisst du was definitiv NICHT dazugehört? - Mineralwasser :D

    Scherziiiiii... Herziiii :)
    Aber hat sich doch wirklich nach einem super schönen Wochenende angehört. Freut mich :*

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  2. Haha lustig :) Aber ich mag ganz zufällig kein stilles Wasser und die kennen hier ja eigentlich kein Mineral Wasser! Also war das dort meine Rettung! Und ich bin mir sicher, dass auch du irgendwelche eigenartigen Sachen vermisst :) :*

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